- Immer weniger Menschen setzen ihre Rechte vor Gericht durch: Seit 1995 ging die Zahl der Klagen bei den Arbeitsgerichten laut Bundesjustizamt um 59% zurück.
- Der Prozess vor Gericht dauert mehrere Monate und kostet schnell eine vierstellige Summe. Die Kosten für seinen Anwalt muss jeder selbst tragen – auch wenn er gewinnt.
- Suitcase hat ein innovatives Verfahren entwickelt, das den Streit um die Abfindung bei Kündigung in wenigen Tagen schlichtet und bis zu 80% weniger kostet.
- Das Unternehmen möchte so den überlasteten Gerichten helfen und Menschen befähigen, ihre Rechte selbst durchzusetzen.
- Auch Arbeitgeber profitieren, denn sie sparen ebenfalls Kosten und erhalten schnell eine rechtssichere Lösung.
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Mit blinden Geboten einigen sich Parteien schneller
Das innovative Verfahren von Suitcase prüft nicht, ob die Kündigung rechtens ist; dafür sind Gerichte zuständig. Stattdessen setzt das Startup bei den Interessen der Parteien an: Was würde der Arbeitnehmer akzeptieren, um nicht vor Gericht zu ziehen? Was wäre der Arbeitgeber bereit zu zahlen, um nicht verklagt zu werden?
Damit beide Seiten ehrliche Angebote machen, setzt Suitcase auf Vertraulichkeit: Nur das System kennt die Summen und gleicht sie mit einem Algorithmus ab. Kommt eine Einigung zustande, liefert Suitcase den passenden Vertrag. Damit wird der Konflikt rechtssicher beigelegt. Dieser Prozess dauert in der Regel nur wenige Tage – vor Gericht sind es mehrere Monate.
Menschen können Plattform ohne Anwalt nutzen
Suitcase hat sich ein Ziel gesetzt: möglichst vielen Leuten zu ihrem Recht verhelfen. Arbeitnehmer können ohne Rechtskenntnis einen Fall eröffnen. Der Gang zum Anwalt wird damit überflüssig. „Steuersoftware hilft uns, ohne Steuerberater Geld schnell und einfach vom Finanzamt zurückzuholen. Mit Suitcase lösen Sie Ihren Rechtsstreit ohne Anwalt. Wer sich besser beraten fühlt, kann natürlich einen Juristen hinzuziehen.“, betont Co-Founder Tim Kniepkamp (26).
Aktuell erforscht Suitcase den Einsatz von künstlicher Intelligenz und hat hierzu ein Patent beantragt. Zukünftig werden die Unterlagen der Parteien automatisch analysiert. So kann der Arbeitnehmer den Fall mit wenigen Klicks eröffnen und die Parteien werden dabei unterstützt, einen fairen Kompromiss zu finden. „Künstliche Intelligenz hilft schon heute, Krankheiten früh zu erkennen. In Zukunft wird sie Menschen dabei helfen, schnell und unkompliziert ihren Rechtsstreit zu lösen.“, erklärt Co-Founder Philipp Hertel (28).
Verfahren ist in Deutschland neu
Digitale Streitbeilegung ist in den USA bereits seit Anfang der 2000er im Kommen. So konnte allein der US-Anbieter Cybersettle über 200.000 Rechtsstreitigkeiten erfolgreich klären. Die Gründer stießen durch Zufall in einem Buch auf das Unternehmen. „Wir waren sofort beeindruckt, und haben das Potenzial für den deutschen Rechtsmarkt gesehen.“, sagt Co-Founder Tim Fischer (26).
Früh setzte das Team auf den Rat erfahrener Manager und Anwälte. So stieg der Chef-Jurist des Energieunternehmens Enpal, Dr. Norman Koschmieder, im Herbst 2021 als Founding Partner ein. Ein Gremium aus erfahrenen Beratern und Tech Unternehmern steht den jungen Gründern zur Seite. Eine renommierte Wirtschaftskanzlei aus Berlin hat das rechtliche Konzept geprüft.
Förderung erhält das Startup auch von der TU München, die Sie in die Startup-Schmiede UnternehmerTUM aufnahm. Hier arbeiten sie im Legal Tech Colab – einer Initiative des Bayerischen Justizministeriums. Im Oktober 2023 folgte der Abschluss einer erfolgreichen Finanzierungsrunde. Das Handelsblatt zeichnete sie kürzlich als eines der innovativsten Startups Deutschlands aus.
Der Markteintritt ist für März 2024 geplant. Bereits im Vorfeld konnte Suitcase zwei führende deutsche Rechtsschutzversicherer und zwei renommierte Anwalts-Kanzleien als Kunden gewinnen. Der Fokus liegt zunächst auf Konflikten im Arbeitsrecht nach Kündigung und der Rückzahlung der Mietkaution.

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