„Berlin ist nicht nur die politische Hauptstadt von Deutschland, Berlin ist auch die Startup-Hauptstadt der Republik“, eröffnete FluxFM-Moderator das Gespräch mit Jan Thomas. Nirgendwo in Deutschland gehen mehr Projekte jährlich an den Start – in den verschiedensten Branchen und Themenzweigen. Im Digi-News-Interview stellte der Startup Insider-Gründer die neue Vernetzungsplattform vor, die diesen Akteuren künftig eine bessere Infrastruktur bieten soll.

Das Problem: Ein fragmentiertes Ökosystem mit vielen Akteuren

„Man muss erst mal sehen, es gibt unglaublich viele Akteure mit verschiedenen Interessen“, erklärt Thomas das Kernproblem. Startups auf der Suche nach Kapital, Business Angels, die investieren möchten – die müssen nicht zwangsläufig in der gleichen Straße wohnen. „Die erst mal einander finden zu lassen, ist eine große Aufgabe.“

Doch das ist nur die Spitze des Eisbergs. Das Ökosystem umfasst weitaus mehr Parteien: Wirtschaftsförderungen, Universitäten, Acceleratoren von Großkonzernen und Menschen, die in Startups arbeiten möchten. Jede Gruppe hat unterschiedliche Bedürfnisse und Herausforderungen.

Gründerkultur stärken: Von der Uni ins Startup

Ein besonderes Anliegen ist Thomas die deutsche Gründerkultur. „Wir haben in Deutschland eine relativ schlechte Gründer-Quote“, konstatiert er. „Menschen denken oft: ‚Oh, ich könnte scheitern.‘ Oder einem ist der Aufwand oder auch der Spaß dabei gar nicht bewusst – aber auch die Probleme, wie leicht man sie zum Teil lösen kann.“

Die Plattform will hier ansetzen: Mehr Gründerinnen und Gründer sollen an Schulen, Hochschulen und Universitäten sprechen und ihre Geschichten erzählen. „Solche Sachen“, so Thomas, könnten die Hemmschwelle senken und mehr Menschen für das Gründen begeistern.

Großkonzerne als Abnehmer von Startup-Innovationen

Auch etablierte Unternehmen profitieren vom Ökosystem. „Großkonzerne möchten eigentlich diese Lösungen“, erklärt Thomas. „Wenn man sich die Startups mal anguckt, sind die ja eigentlich ein Innovationshort. Da entstehen ganz, ganz neue, spannende Lösungen.“ Die Plattform macht diese sichtbar und erleichtert die Zusammenarbeit zwischen etablierten Playern und jungen Innovatoren.

Für Jobsuchende bietet die Plattform ebenfalls einen zentralen Anlaufpunkt: „Wie findet man das richtige Startup, was zu einem passt?“ Diese und viele weitere Probleme möchte Startup Insider lösen.

Von Gerüstbau-Robotern bis genähtem Fleisch: Die Vielfalt der Szene

Auf die Frage, ob die Plattform sich auf bestimmte Branchen spezialisiert, antwortet Thomas eindeutig: „Ich glaube, es wäre unfair, jetzt irgendwelche Gruppen rauszuhalten.“ Startups gibt es in allen erdenklichen Bereichen – weit über die typischen Tech-Themen hinaus.

Als Beispiel nennt Thomas ein kürzlich im Startup Insider-Podcast vorgestelltes Unternehmen: „Gerüstbau. Digitalisiert. Das muss man sich erst mal vorstellen. Der Aufbau eines Gerüsts wird durch Roboter befeuert und dadurch werden 50 Prozent an Arbeitskraft weniger gebraucht, weil es die Arbeitskräfte auch nicht mehr gibt. Kein Mensch möchte Gerüste bauen oder weniger machen das aus Leidenschaft.“

Bei FluxFM erzählt Thomas außerdem von Project Eden aus Berlin: Ein Team ehemaliger Zalando-Mitarbeiter stellte fest, dass Fleisch faserig ist – und begann, Fleischersatzprodukte zu nähen. „Und haben dafür unglaublich viel Geld bekommen von Investoren“, berichtet Thomas. „Das kann man sich angucken im Internet, das sieht wirklich schon ganz schön abgefahren aus.“

KI am Tipping Point: Jeder wird zum Künstler

Besonders im Bereich Künstliche Intelligenz sieht Thomas einen Wendepunkt. „KI gibt es schon unglaublich lange, das ist einen weiten Weg gegangen“, erklärt er. „Wenn du wahrscheinlich zurückgehst in die 70er, wurden die Begriffe zum ersten Mal erwähnt. Das ist jetzt an so einem Tipping Point, wo plötzlich die Masse inflektiert wird.“

Mit Tools wie ChatGPT und KI-generierten Musik-, Bild- und Videoinhalten werde plötzlich klar, wie viele Branchen betroffen sein könnten. „Plötzlich ist jeder ein Künstler“, fasst Thomas zusammen. Statt dystopischer Ängste betont er die Chancen: „Menschen werden vielleicht befähigt, sich auf die Dinge zu konzentrieren, die ihnen Spaß machen und wo der Mensch wiederum im Mittelpunkt steht.“

Food-Tech als Stellvertreter für große Probleme

Der Food-Tech-Bereich sei „vielleicht stellvertretend für alle großen Probleme“, so Thomas. „Das ist das Tolle an der Startup-Szene. Ich bin begeistert, wenn Menschen sich mit Problemen beschäftigen, die die Welt irgendwie ein Stückchen besser machen können oder dieses mulmige Gefühl, was wir alle haben, dass die Welt immer ein bisschen schwieriger wird gerade, das versuchen aufzuhalten.“

Das könne der Klimawandel, der Energiebereich oder das Thema Ernährung und Hunger sein. „Ich bin jetzt kein Vegetarier und kein Veganer. Ich finde Fleisch schon irgendwie ganz cool, aber mangels Alternativen“, erklärt Thomas persönlich. Die Innovationen im Food-Tech-Bereich könnten hier neue Wege aufzeigen.

Klare Definition: Was ist ein Startup?

Bei der Plattform kann sich grundsätzlich jeder registrieren. Doch Thomas stellt klar: „Man muss immer so ein bisschen verstehen, was ist die Definition von einem Startup.“ Eine Bäckerei oder ein Nagelstudio – Dinge, die nicht skalieren – seien kein Startup, auch wenn Gründer das manchmal so sähen.

„Es geht immer um eine Innovationshöhe. Es geht immer um ein skalierbares Produkt“, erklärt Thomas. Die Innovation könne entweder in der Technologie liegen oder im Business Case – wie bei Starbucks, die mit zigtausend Filialen ein neues Modell etablierten. „Das kleine Café um die Ecke geht denen halt nicht.“

Startups, die diese Kriterien erfüllen, können sich jederzeit bei Startup Insider melden. „Dann sprechen wir mit denen, nehmen die bei uns auf die Plattform und zeigen sie dann mit ihren Profilen auch den genannten Zielgruppen.“

Viermal täglich neue Startup-Geschichten

Die Vielfalt der deutschen Gründerszene dokumentiert Startup Insider täglich im eigenen Podcast. „Wir sind ja viermal am Tag auf Sendung mit unserem Podcast, weil es so viele spannende Ideen gibt“, berichtet Thomas bei FluxFM. Von Gerüstbau-Robotern über genähtes Fleisch bis zu KI-Innovationen – die Bandbreite zeigt, wie lebendig und vielfältig Deutschlands Startup-Hauptstadt Berlin wirklich ist.

Interessierte Gründer, Investoren und Talente finden alle Informationen zur neuen Plattform unter www.startup-insider.com.

Über FluxFM

FluxFM ist ein deutsches Privatradio aus Berlin, das per Livestream über das Internet sowie in Berlin und Teilen Brandenburgs über UKW empfangen werden kann. 100,6 FluxFM versteht sich als Radio so bunt wie Berlin – der Soundtrack für musikinteressierte Großstädter, denen ein aktiver und bewusster Lebensstil zwischen Haltung und Unterhaltung wichtig ist. Das Programm bietet handverlesene Musik, Popkultur, News und relevante Themen wie Digitalisierung, soziale und ökologische Nachhaltigkeit, Diversität und Mobilität. FluxFM wurde 2004 gegründet und firmierte zunächst unter Motor FM, bevor 2011 die Umbenennung erfolgte.

Über Startup Insider

Startup Insider ist das führende Branchenportal für die Startup-Szene im DACH-Raum. Als zentrale Plattform verbinden wir die wichtigsten Akteure des Startup-Ökosystems und bieten einzigartige Einblicke in Innovationen, Technologien und Trends. Mit über 50.000 Newsletter-Abonnenten, 300.000 monatlichen Podcast-Hörern, dem meistgehörten Startup-Podcast der DACH-Region (viermal täglich) und mehr als 3.500 veröffentlichten Podcast-Episoden haben wir uns als führendes Informationsmedium etabliert.

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